Exit-Intent PopUp

​"Ein Popup, das auftaucht, wenn der Besucher die Absicht hat, die Seite zu verlassen."

Von der Idee her klasse.

"Der Besucher hat mein Angebot angeschaut und ist gerade dabei, meine Seite zu verlassen. Bevor er das tut wird er noch einmal mit einem Angebot angesprochen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass er doch noch eine gewünschte Aktion ausführt."​

So oder so ähnlich lautet ein durchaus nachvollziehbarer und vernünftiger Gedankengang.

Und wer Exit Intent Popups auch so einsetzt, dass dem Besucher kurz vor dem Verlassen der Seite ein interessantes und relevantes Angebot gezeigt wird, kann diese Möglichkeit mit großem Erfolg einsetzen.

Aber genau hier lauert die Schwierigkeit.

Ein relevantes und interessantes Angebot.​

Wie häufig ist es der Fall, dass das Exit Intent Popup eine einfache Aufforderung ist, sich doch bitte zum Newsletter anzumelden. Und wie häufig ist es der Fall, dass das Popup JEDEM Besucher ausgespielt wird?

Die Antwort lautet: fast immer.

Mir kommen nur ganz wenige Fälle unter, wo das Popup wirklich gut verwendet wird. Die Mehrzahl aller Marketer jagt diese Art von Anmeldeformular einfach auf jeden Gast. Ja, die Besucher deiner Webseite sind deine Gäste. Und möchten mit Anstand behandelt werden.

Ich habe nicht das Zahlenmaterial und umfangreiche Auswertungen vorliegen, um zu sagen, dass Exit Intent Popups sich gut oder schlecht auswirken; bekannte Marketer setzen genau diese Form von Popups mit großem Erfolg ein und schwören darauf.

Aber diese großen Marketer haben einen Markt, einen Namen und ein Publikum. Sie können sich ganz andere Dinge erlauben und für sie funktionieren auch gewisse Dinge anders als für jemanden, der gerade erst startet.

Wenn ich bei einem bekannten Blog, welches ich kenne und gerne lese auf einmal ein Exit Intent Popup mit Newsletteranmeldung erhalte, sehe ich darüber hinweg und melde mich vielleicht sogar an. Weil ich die Qualität des Angebots kenne und die 'normale' Newsletteranmeldung in der Sidebar oder am Ende des Posts bisher nicht genutzt habe. Hier kann ein Exit Intent Popup unentschlossene Leser mit größerer Wahrscheinlichkeit dazu bewegen, den Newsletter zu abonnieren.

​Bei einem neuen oder mir unbekannten Blog bin ich aber ganz anders sensibel.

Ich kenne das Angebot noch nicht, ich weiß nicht, wer hinter dem Newsletter steckt und ob ich ihm vertrauen kann. Oder ob diese Person einen Ruf zu verlieren hat. Und ich möchte nicht sofort mit einer Aufforderung zur Anmeldung konfrontiert werden. Es ist zu früh, ich bin nicht bereit, diese Unterbrechung zu verzeihen und ihr zu folgen.

Deshalb ist es wichtig, sich genau zu überlegen, was ich mit einem Exit Intent erreichen möchte:

  • ​möchte ich Newsletteranmeldungen generieren? Gibt es dazu auch andere Möglichkeiten? Biete ich dem Leser etwas wirklich relevantes und interessantes an? Oder unterbreche ich ihn nur, in der Hoffnung, dass schon einige hängen bleiben werden?
  • spiele ich das Exit Intent auf allen Seiten aus oder nur auf ganz bestimmten, gezielten Seiten und unterbreite ein passendes Angebot?
  • habe ich ein zeitkritisches Angebot, welches ich vermitteln will und den Einsatz von Exit Intent rechtfertigt? (Sonderaktion läuft aus etc.)
  • versuche ich, Kunden, die mich verlassen wollen, im letzten Augenblick mit einem Gutschein doch noch zu überzeugen?
  • wie häufig lasse ich das Exit Intent ausspielen? Immer? 1x pro Woche/Monat etc.?

Die Entscheidung für ein Exit Intent Popup ist nicht immer ganz einfach. 

Häufig sieht man, dass bekannte Namen es nutzen, es empfehlen und dann möchte man auch auf den Zug aufspringen, ohne sich Gedanken über das eigene Angebot, die eigene Zielgruppe und den Mehrwert für den Nutzer gemacht zu haben.

Wenn du weißt, was die Vor- und Nachteile dieser Technologie sind und wie sie auf dich oder deine Zielgruppe wirken, kannst du bewusst eine Entscheidung treffen, ob und in welchen Fällen du sie für dich einsetzen möchtest. ​

Exit-Intent PopUps sind nicht per se schlecht oder nervig - es kommt darauf an, wie du sie einsetzt und mit welcher Motivation.

Mach das Beste aus der zur Verfügung stehenden Technologie. Und schreib mir in die Kommentare, ob dich Exit-Intent PopUps nerven oder ob du sie nützlich findest.

Und ob du gute Beispiele für ihren Einsatz kennst.

Und wenn du ein Beispiel brauchst: versuch einmal, diese Seite zu schließen und du erlebst ein Exit Intent Popup in Aktion.

Ich freue mich auf deinen Kommentar!​

Die Unterschrift von Sebastian von Newslettervergleich
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